11.03.2009

Amoklauf in Winnenden - Deutschland ist geschockt

Gerade mal ein Tag nach dem Amoklauf in Alabama ereignete sich ein ähnliches Drama in Deutschland. Heute morgen betrat ein 17-jähriger die Albertville-Realschule in Winnenden und schoss wild um sich. Dabei tötete er neun Schüler und drei Lehrerinnen, später auch noch drei Passanten auf seiner Flucht. Genaue Motive für seine Tat sind bislang noch nicht geklärt. Ein immenses Polizeiaufgebot sorgte dafür, dass der Täter recht schnell aufgefunden werden konnte. Während einer Schießerei mit der Polizei verletzte der Täter zwei Polizisten, bevor er sich selbst tötete.

Schon wenige Stunden nach der Tat entbrannten überall in Deutschland hitzige Diskussionen und Spekulationen darüber, was den jungen Mann wohl zu der Tat getrieben hat und wie man so einen Amoklauf in Zukunft verhindern kann. Aber auch die Chronik bisheriger Amokläufe zeigt, dass es kein Patentrezept gibt. Fest steht nur, dass der heutige Amoklauf in Winnenden den 11. März 2009 zu einem Tag gemacht hat, der wohl nie vergessen wird.

Ihre Meinung ist gefragt!

Im TV sieht man rund um die Uhr Interviews mit Fachleuten, die sich zu dem Amoklauf in Winnenden äußern. Aber wie ist Ihre Meinung dazu? Wie kann man - wenn überhaupt - solche Taten verhindern? Was kann jemanden zu so einer grausamen Tat bewegen? Die Diskussion ist eröffnet:

Kommentare

Ich denke, dass solche Täter vor allem durch gewalttätige Computerspiele in die Isolation getrieben werden und dadurch jeglichen Bezug zur Realität verlieren! Und ist dieser Bezug erstmal weg, dann passiert genau SO etwas… traurig.

Naja… so einfach ist es bestimmt nicht. Wenn das Elternhaus stimmt, dann kann auch trotz der “bösen” Spiele nichts passieren. Ansonsten hätten wir ja jeden Tag nen Amoklauf

Gewaltpotenzial ist in jedem vorhanden. Die Politik wird wieder in den sog. “Killerspielen” ein gefundenes Fressen finden. Schade.

Aber man sollte auch bitte beachten, dass soziale Isolation, zu hohe Erwartungen, denen man nicht gerecht wird, und die ständig in den Medien ( allgemein ) präsente Gewalt ebenso Gründe darstellen.

Bitte: überstürzt nicht wieder alles

Video Spiele wie Half-Life u.Ä. sollten am besten erst ab 18 oder 21 Jahren erlaubt sein. Viele Teenager spielen diese Spiele zum Teil 8-12 Stunden am Tag online und live gegen viele Gegner weltweit. Wenn Sie dass mal ne Woche selbst an sich versuchen, wissen Sie welchen Bezug zu Realität man dann noch hat.

Mit nachdenklichen Grüßen

Uwe Bossert

[…] 24 Stunden ist es her, dass im baden-württembergischen Winnenden bei Stuttgart ein 17-jähriger Amok lief und dabei 15 Menschen tötete und zwei Polizisten […]

Naja, sooo extrem schlimm sind diese Spiele auch nicht. Ansonsten würden da draußen ja Millionen potentielle Amokläufer rumrennen. Dennoch denke ich, dass diese Spiele “begünstigend” hinzukommen. Wenn andere Dinge bei jemandem schief laufen, kann solch ein Spiel das Fass zum Überlaufen bringen. Und wenn man 10 Stunden am Tag spielt, kann es schon schnell passieren, dass soziale Aspekte und das Bewusstsein für die Realität immer mehr in den Tiefen einer Scheinwelt versinken. Wenn man was dagegen tun will, muss man sowas wie einen “TÜV” für Ballerspiele schaffen und ein neues Spiel erstmal prüfen. Wenn es zu brutal ist, kommt es eben nicht auf den Markt! Altersbeschränkungen bringen rein gar nix! Sieht man ja am Alkohol.

Ich denke die Eltern sind Schuld daran.

@Kai
Diesen “TÜV”, die Zensur und im Zweifelsfall die Indizierung von Egoshootern führt doch schon längst die USK durch?!

Man darf die Schuld nicht pauschal auf Computerspiele abschieben. Das Versinken in einer Phantasiewelt, egal, ob es am PC, vor Shootern oder Rollenspielen, im Internet oder selbst vor Büchern geschieht, kann nur ein Symptom sein. Wer sich zurückzieht und sich nur noch um eine irgendwie geartete Phantasiewelt zurückzieht, mit dem stimmt etwas nicht. Es ist aber nicht die Schuld dieser Welt, die er selbst sich aufbaut - es ist die Schuld der Welt, aus der er sich zurückzieht.
Mobbing, fehlende Zuwendung der Eltern, schlechte Leistungen in der Schulde - das sind Faktoren, die Frust aufbauen. Zwar ist ein Amoklauf mit Sicherheit ein sehr drastischer Weg, den letzten Weg zu gehen, aber leider scheint es immer wieder Menschen zu geben, die diesen wählen.
Man muss sich fragen, warum diese Menschen einen solchen Hass auf die Welt haben, dass sie noch so viele Unschuldige eiskalt umbringen. Man darf nicht anfangen, sich in nebensächlichkeiten zu verlieren: Es sind keine “Killerspiele”, die Menschen töten. Es sind reale Waffen und die Menschen, die REAL gelernt haben, mit ihnen umzugehen.

Diesen “TÜV” gibt es??? Und warum sind dann all diese Spiele noch auf dem Markt erhältlich? Ich habe eben bei n-tv gesehen, dass es in Deutschland 10 Millionen legale und 20 Millionen illegale Waffen gibt. Das ist doch krank! Außerdem wurde gezeigt, dass man sich diese Spiele im Nu im Internet runterladen kann…

Aber du hast sicherlich Recht, dass man sich fragen muss, warum Menschen so einen Hass entwickeln können. Wenn man die Antworten darauf kennt, kann man vielleicht auch die Ursachen bekämpfen.

Zitat Kai: “Diesen “TÜV” gibt es??? Und warum sind dann all diese Spiele noch auf dem Markt erhältlich?”
Weiter oben hast du noch geschrieben:
“(…) muss man sowas wie einen “TÜV” für Ballerspiele schaffen und ein neues Spiel erstmal prüfen. Wenn es zu brutal ist, kommt es eben nicht auf den Markt!”

Das heißt, die USK hat die Spiele in der Form, in der sie in Deutschland legal erhältlich sind, eben nicht für zu brutal gehalten hat. Der letzte Post von dir impliziert jetzt eher, dass du doch ein striktes Verbot dieser Spiele forderst.

Spiele, die die USK für zu brutal hält, werden in Deutschland indiziert oder zensiert und kommen dann, wenn sie nicht nach der Zensur noch immer zu brutal für eine Veröffentlichung sind, erst für Kunden ab 18 auf den Markt. (oder werden eben so weit entschärft, bis sie ab 16 erhältlich sind. Auch das hat es schon gegeben.)
Warum Minderjährige diese Shooter dann trotzdem spielen können? Ignorante Eltern, die von ihren Kids so lange angebettelt werden, bis sie das Spiel blind kaufen und ihr Kind vor dem PC abstellen. Kassierer in Läden, die nicht darauf achten, WER da gerade ein nicht-jugendfreies Spiel kauft. Illegale Tauschbörsen sind auch ein Faktor, wie du gerade schon angemerkt hast.

“erst für Kunden ab 18″: Das kann man sich auch schenken. Ich gebe dir absolut Recht, dass Eltern, Verkäufer und Tauschbörsen dazu beitragen, der Altersbeschränkung jeglichen Sinn zu nehmen. Und genau deshalb gibt es nur zwei sinnvolle Extreme: das Spiel für jeden erlauben oder es verbieten.

Ich persönlich bin dafür, die brutalen Spiele, in denen es Ziel ist, andere Menschen abzuschlachten, zu verbieten. Die traurige Realität sieht aber so aus, dass man sich die Spiele dann eben illegal im Internet besorgt. Zumindest kann man die Beschaffung ein wenig erschweren.

Letztendlich MÜSSEN aber Eltern dafür Sorge tragen, dass ihre Kinder nicht in den Besitz solcher Spiele gelangen. Ich würde den PC meines Kindes regelmäßig checken.

Ich spiele weiterhin Tetris, das ist harmlos und macht auch Spaß.

Nein, es gibt eben NICHT NUR die Möglichkeit, das Spiel für jeden freizugeben oder rigoros zu verbieten! Es sollte einfach abschreckendere Restriktionen geben. In Neuseeland wird aktuell diskutiert, hohe Geldstrafen für Eltern, die ihren minderjährigen Kindern den Zugang für Spiele mit zu hoher Altersfreigabe ermöglichen, einzuführen. Meinetwegen kann man das gerne tun.

Aber, so hart das klingt: Man kann wegen wenigen Amokläufen, bei denen “Killerspiele” irgendwie eine Rolle spielten, nicht ernsthaft in Erwägung ziehen, SPIELE zu verbieten, die viele Andere spielen, ohne auffällig zu werden. Das ist schlicht und ergreifend der falsche Weg.
Ich will nichts verharmlosen. Trotzdem darf man Egoshooter als “Schuldige” genausowenig überbewerten wie Musik.
Schuldige sind für mich diejenigen, die nicht oder falsch auf die Auffälligkeiten reagiert haben. Und nicht die Spiele.

“Man kann wegen wenigen Amokläufen, bei denen “Killerspiele” irgendwie eine Rolle spielten, nicht ernsthaft in Erwägung ziehen, SPIELE zu verbieten, die viele Andere spielen, ohne auffällig zu werden.” - Es geht dabei ja nicht nur um einen Amoklauf. Auffälligkeiten können auch eine erhöhte Gewaltbereitschaft sein, von denen die Öffentlichkeit rein gar nichts mitbekommt.

Die Lösung aus Neuseeland ist eine nette Theorie, die aber nicht funktionieren kann. Wie soll man das kontrollieren? Kommt regelmäßig ein Beamter vorbei und kontrolliert die Computerspiele eines jeden? Das geht nicht.

So traurig es klingt: abeschreckende Restriktionen sind da nicht möglich. Deshalb muss man rigoros sein und auch die illegalen Downloads im Internet sofort verbieten. Aber da sitzt dann der Anbieter in den USA und kann nicht belangt werden.

Die Suche nach “Schuldigen” ist genauso schwierig. Letztendlich kommen unzählige Komponenten in Betracht, die in der Summe zu so einer Tat geführt haben. Jeder, der in der Schule mal einen Außenseiter fertig gemacht hat, zählt auch dazu! Ebenso Eltern, die ihr Kind vernachlässigen oder Film-Produzenten, die einen gewaltverherrlichenden Film machen… die Liste der Faktoren könnte noch seitenweise weitergehen.

Naja, ich sehe das Problem eher nicht bei Spielen oder Filmen. Das Problem ist, dass sich Jeder bewusst sein SOLLTE, dass das, was er da spielt oder sieht, weder ein Abbild der Realität, noch moralisch gerechtfertig ist. Die Meisten sind sich dessen durchaus bewusst.
Problematisch wird es durch die lasche handhabung des Jugendschutzgesetzes. Ich sehe nicht ein, warum man, wenn das Jugendschutzgesetz nicht vernünftig durchgesetzt werden kann (da hakt es ja wohl, da scheinen wir uns einig zu sein), nur noch das Verbot sieht. Wie du schon sagtest: Auch ein Verbot kann durch Tauschbörsen umgangen werden. Die Sinnlosigkeit des Verbotes steht damit der Sinnlosigkeit des Jugendschutzgesetzes gegenüber.
Den Millionen Menschen in Deutschland, die Horrorfilme und PC-Spiele konsumieren und die Grenze zwischen Realiktät und Fiktion ziehen können, ihre Freizeitbeschäftigung zu entziehen, weil zufälligerweise(!) auch solche Täter diesen Hobbies nachgingen, ist einfach sinnlos.

Es gibt auch zig tausend PC-Spiele, die Gewalt nicht idealisieren. Deshalb nimmt man mit einem Verbot niemandem seine Freizeitbeschäftigung.

Aber das Problem mit dem Jugendschutzgesetz ist ein sehr altes Problem. Da steht für viele Verkäufer der Profit weit vor der Gesundheit anderer.

Ich sage ja nicht, dass es nur an den Spielen liegt. Dass diese aber Gewalt gutheißen und damit negativen Einfluss ausüben steht wohl außer Frage.

Gefährlich wird es, wenn jemand Realität und Fiktion nicht mehr klar voneinander unterscheiden kann und die Eindrücke aus Filmen und Spielen nicht verarbeiten kann.

Insgesamt ein sehr komplexes Thema. Puh.

Hmmmm,

finde es interessant zu sehen was hier für komentare dabei sind!!!!

nur frage ich mich ernsthaft, ob man das einfach so mal auf irgendwelche virtuellen computerspiele schieben kann! das problem sitzt viel tiefer!!

amokläufe gab es schon früher z,b. 1960 in köln an einer schule, obwohl ich jetzt nicht meine hand ins feuer legen würde was denn ort angeht.
da frage ich mich jetzt ” gab es damals schon sogenannte killerspiele”???? soweit ich weis nicht!!!

also sage ich jetzt mal rein vom klaren menschenverstand ausgehend”läuft hier nicht irgendwas ganzgewaltig falsch im staat deutschland”???

einfachmal irgendwas an denn pranger stellen ist heutzutage in unserer gesellschaft gang und gebe.
sogar bei unseren politikern, da diese viel, zu viel damit beschäftigt sind ihre diäten und zusatz einkommen geheim zu halten.
anstatt sie endlich mal das tun, für was sie eingentlich in ihrem amt sind.
denn eigentlich sollten diese leute(politiker und andere staatsdiener) mal dem volk dienen und nicht dem eigenen geldbeutel!!!
dies bedenkt anscheinend niemand. denn für mich stehen solche amokläufe definitive für das versagen unserer politiker und konsorten!!!!

soll nur mal ein denk anstoss für manch hier sein, die wirklich so billige und einfache ausreden parat haben, und es sich einfach machen.
wie kann man nur so naive sein, und behauptet es sind killerspiele, der rentner der gestern in landshut 2 menschen das leben genommen hat, hat wohl kaum killer spiele gespielt. also erst denken dann schreiben, ist nicht böse gemeint. aber man sollte sich vorher informieren und sein gehirn einsetzen. bevor man seinen mund bzw. finger einsetzt!!!!

MFG
U.C.

@ U.C.: was sollen denn die Politiker gegen einen Amoklauf tun? Das Problem sitzt doch wo ganz anders und setzt sich aus ganz vielen verschiedenen Komponenten zusammen. Letztendlich tragen viele Eltern eine gewisse Teilschuld, weil sie ihre Kinder zu wenig kontrollieren. Computerspiele sind gewiss nicht der alleinige Auslöser, haben aber sicherlich einen nicht zu unterschätzenden Anteil daran, dass man mit der Zeit abstumpft. Und das ist gefährlich!

Und zum Thema Diäten bei Politikern: Weißt du, was ein Politiker verdient? 7006 Euro im Monat. Und das bei einer 60-70 Stunden-Woche… da möchte wohl kaum einer tauschen…

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