“Hinflug ab 2 Euro” heißt es aktuell auf der Ryanair-Homepage. Mit dem Slogan “bis zu 25 % Ermäßigung auf jeden Sitzplatz” will Easyjet seine Homepage-Besucher in zahlende Kunden konvertieren. Billigairlines wurden nie so heftig diskutiert wie es im Moment der Fall ist. Grund dafür ist vor allem der Airline-Test der Stiftung Warentest, der alles andere als gut ausfiel. Versteckte Kosten, Intransparenz und schlechter Service waren die gröbsten Mängel. Insgesamt zehn Fluggesellschaften wurden getestet: von Ryanair über Easyjet bis hin zu Lufthansa und British Airways.
Alles andere als kundenfreundlich sind die Voreinstellungen bei Ryanair. Hat man seinen gewünschten Flug ausgewählt, gelangt man zur Buchungsseite, auf der weitere Einnahmen erzielt werden sollen. Eine Reiseversicherung für 12 Euro ist bereits ausgewählt – ob man sie will oder nicht. Erst wenn man die Voreinstellung herausnimmt werden die 12 Euro wieder abgezogen. Möchte man ein Gepäckstück aufgeben und einen Flughafen-Checkin haben, zahlt man insgesamt 30 Euro mehr. Will man als erster an Bord gehen, werden 4 Euro berechnet. Auch wenn der Basispreis niedrig ist, schießt durch diese Maßnahmen der Reisepreis schnell in die Höhe. Nicht vergessen sollte man, dass sämtliche Snacks und Getränke an Bord extra berechnet werden. Am Flughafen Hahn fallen zudem hohe Kosten für einen Parkplatz an. Dennoch: Ryanair zählt immer noch zu den billigsten Fluggesellschaften. Wenn man auf die vielen Zusatzkosten verzichtet (Versicherung, Gepäck aufgeben, usw.) kann man mit der Airline günstig durch Europa reisen. Dafür sollte man jedoch sehr flexibel sein, um die einzelnen Sonderaktionen nutzen zu können. An beliebten Reiseterminen schießen die Flugpreise in die Höhe.
Wichtig ist immer, dass man die Preise vergleicht. Die günstigsten Lufthansa-Flüge gibt es ab 99 Euro, hier fallen aber nicht mehr so viele Zusatzkosten an wie bei Billigairlines. Am besten ist es, wenn man sich Zettel und Stift bereit legt und alle anfallenden Kosten für die verschiedenen Flüge zusammenrechnet. Dann kann ein höherer Basisflugpreis durchaus die günstigere Alternative sein. Als kleine Hilfe sollen folgende Fragen dienen:
- wie hoch ist der Basisflugpreis?
- welche weiteren Kosten kommen hinzu (Service-Pauschale, Gepäckgebühr, …)?
- welche Kosten entstehen für die Anreise zum jeweiligen Flughafen?
- Wie teuer ist die Fahrt vom Zielflughafen zur Unterkunft?
Diese Fragen sollte man für sich beantworten können. Einige Kosten entstehen z.B., wenn man ab Hahn fliegt und in der Nähe zum Frankfurter Flughafen wohnt. Neben Benzinkosten fallen sehr hohe Parkgebühren am Flughafen Hahn an. Zum Airport in Frankfurt gelangt man hingegen günstig mit der Bahn. Da viele Billigflieger häufig kleine Flughäfen anfliegen, ist die Fahrt vom Zielort zur Unterkunft häufig mit weiteren Kosten verbunden.
Letztendlich hängt es aber von den eigenen Bedürfnissen ab, vom Wohnort, vom Zielort und davon, ob man für einen niedrigen Flugpreis auch mal eine längere Anreise zum Flughafen in Kauf nimmt. Alle getesteten Airlines haben ihre Stärken und Schwächen – ist man sich derer bewusst, kann der Freiheit über den Wolken nichts mehr im Wege stehen.